Sie sind hier: StartseiteEinführung - Blühmischungen



Blühmischungen



Saatmischungen zur Verbesserung der Bienenweide, die z.B. ein- jährige oder mehrjährige Pflanzengesellschaften aufkommen lassen, werden in reicher Fülle bundesweit angeboten. Eine Übersicht ausgewählter Blühmischungen mit den Mengenanteilen der jeweils enthaltenen Pflanzenarten ist in Tabelle 8 zusammengestellt. Je nach örtlichen Gegebenheiten (Bodenbeschaffenheit, Niederschläge, pH-Wert) können sich die etablierten Gesellschaften aber vom gewünschten Ergebnis unterscheiden.

Für viele Mischungen gilt zudem, dass die Zusammenstellung speziell für die Bienenweide vorgenommen wurde und damit keine natürlichen Pflanzengesellschaften nachgebildet werden. Dies ist für viele Bereiche gärtnerisch gepflegter Flächen völlig legitim und gewünscht, kann an oder in der Nähe natürlicher Standorte aber möglicherweise eine dramatische Veränderung der natürlichen Vegetation bedeuten.

Problematisch ist insbesondere die Verwendung von Kultursorten heimischer Wildkräuterarten wie z.B. die gefüllte oder fehlfarbige Kornblume (Centaurea dealbata 'Steenbergii'). Deshalb wird hier noch einmal darauf hingewiesen, dass insbesondere bei Verwendung von Saatmischungen die regionalen Florenzusammensetzungen und die Herkunft des für die Saatmischung verwendeten Saatgutes berücksichtigt werden sollten. Exemplarisch werden im Folgenden einige der in Tabelle 8 aufgeführten Mischungen kurz vorgestellt.

Einjährige Blühmischungen

Bei der Entwicklung der gebräuchlichen einjährigen Mischungen stand häufig die Zielsetzung im Vordergrund, dass man Brachebegrünungen für Flächen anbieten wollte, die nach Extensivierungsprogrammen der Europäischen Union unterstützt werden, so etwa die drei Mischungen, die nach dem Agrarumweltprogramm MEKA III in Baden-Württemberg gefördert werden. Grundsätzlich sind die drei Mischungen für alle ackerbaulichen Standortverhältnisse im Land geeignet.

Mischung 1 enthält keine Kreuzblütler und kommt daher für Betriebe in Frage, die einen hohen Anteil an Kreuzblütlern (Raps, Senf, Kohl) in der Fruchtfolge aufweisen.

In Mischung 2 wurde auf Leguminosen verzichtet, damit auch Standorte in Wasserschutzgebieten abgedeckt werden können.

Mischung 3 kann für alle Standorte empfohlen werden, die nicht in Wasserschutzgebieten liegen und bei denen der Anbau von Kreuzblütlern keine Rolle spielt.

Eine weite Verbreitung hat auch die Tübinger Mischung - in erster Linie als Bienenweide - gefunden. Das Saatgut wird von vielen Anbietern listenmäßig geliefert und kann über Agrarmärkte, Gartencenter und den Saatguthandel in Gebinden von 1 kg bis 50 kg bezogen werden. Die Tübinger Mischung eignet sich für alle Standorte und Lagen (insbesondere Gunstlagen) - mit Ausnahme trockener Sandböden.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass bei den vorgestellten einjährigen Mischungen ein einheitliches Grundsortiment an Arten (Buchweizen, Phacelia, Borretsch, Kornblume, Ringelblumen) vorherrscht, das durch eine überschaubare Anzahl an zusätzlichen Komponenten ergänzt wird.

Mehrjährige Blühmischungen

Für mehrjährige Blühflächen eignet sich u.a. die Mischung „Blühende Landschaft“ des „Netzwerks Blühende Landschaft“. Sie ist für eine Standzeit bis max. fünf Jahre ausgelegt und besteht zu 60 Gewichts-% aus Kulturpflanzen; die restlichen 40 % machen Wildarten aus. Die Mischung ist geeignet für Landwirte, Jäger, Imker und Hobbygärtner.

Die Zusammenstellung der Mischung „Veitshöchheimer Bienenweide“ basiert auf den Arbeiten der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Veitshöchheim. Es handelt sich hierbei um eine eher niedrig wachsende Mischung aus 50 blühfreudigen einjährigen Kulturarten, zweijährigen Wild- und Kulturpflanzen sowie langlebigen Wildstauden, die auf bis zu fünf Jahre ausgelegt ist. Das weite Spektrum an Trachtpflanzen gewährleistet ein reichhaltiges Angebot an Nektar und Pollen. Daneben entsteht ein wertvoller Lebensraum für Bodenbrüter, insbesondere während der Jungtieraufzucht. Geeignet ist die Mischung für ein weites Einsatzspektrum: stillgelegte Ackerflächen, Wegraine, Ackerränder, Schutzstreifen, Ökokontoflächen, Brachen in Wohn- und Gewerbegebieten, Gärten und Parkanlagen.

Bunt blühende Wildkräutermischung (Foto: Schwenninger)


Flockenblumenbestand (Centaurea) an einem Gleisbett (Foto: Schrameyer)


Blumenwiese (Foto: Unterseher)



Tabelle 8: Zusammensetzung ausgewählter Blühmischungen (MEKA 1-3 = Mischungen nach dem MEKA III-Programm BW; TÜ = Tübinger Mischung; NABU = vom NABU BW empfohlene Mischung; BLmjSüd = Mischung "Blühende Landschaft mehrjährig Süd"; VHH Bienenw. = Veitshöchheimer Bienenweide). Angegeben sind Gewichtsanteile der Pflanzenarten in %.

Deutscher Pflanzenname Wissenschaftlicher Name MEKA 1 MEKA 2 MEKA 3 MEKA TÜ MEKA NABU MEKA BLmjSüd MEKA VHH Bienenweide
Büschelschön Phacelia tanacetifolia 12 12 10 40 7 - 1,3
Buchweizen Fagopyrum esculentum 40 40 30 35 24 10 7
Ackersenf Sinapis arvensis - 13 13 7 - 2 -
Weißer Senf Sinapis alba - - - - - 2 -
Ringelblume Calendula officinalis 2 2 2 5 5 8 5
Ölrettich Raphanus sativus - 8 8 3 - - -
Mauretanische Malve Malva sylvestris ssp. mauretanica 1 1 1 3 - - 2
Borretsch Borago officinalis 5 5 5 2 2 4 5
Öllein, Saatlein Linum usitatissimum 9 5 - - 12 9 -
Perserklee Trifolium resupinatum 10 - 9 - - - -
Sonnenblume Helianthus annuus 8 10 8 - 13 13 5
Inkarnatklee Trifolium incarnatum 10 - 10 - 4 - -
Koriander Coriandrum sativum - - - 6 3 - 3
Dill Anethum graveolens - - - 1 3 - 1,1
Schwarzkümmel Nigella sativa - - - 5 - - 3
Esparsette Onobrychis viciifolia - - - - 5 5 15
Fenchel Foeniculum vulgare - - - - 5 - 2,2
Bunte Kronwicke Coronilla varia - - - - - 1 -
Sommerwicke, Saatwicke Vicia sativa - - - - 5 - -
Kresse Lepidium sativum - - - - 4 - -
Hornklee Lotus corniculatus - - - - - 0,8 5
Quirlmalve Malva verticillata - - - - - - 2
Luzerne Medicago sativa - - - - - 4 5
Mariendistel Silybum marianum - - - - - - 4
Rotklee Trifolium pratense - - - - - - 5
Weißklee Trifolium repens - - - - - - 2
Heckenzwiebel Allium fistulosum - - - - - 5 -
Markstammkohl Brassica oleracea - - - - - 3 -
Hopfenklee, Gelbklee Medicago lupulina - - - - - - 3
Anteil Kulturarten (%) - 97 96 96 97 92 66,8 75,5
Gemeine Schafgarbe Achillea millefolium - - - - - - 2
Färberkamille Anthemis tinctoria - - - - - 2 -
Nickende Distel Carduus nutans - - - - - - 0,5
Acker-Glockenblume Campanula rapunculoides - - - - - 0,2 -
Kornblume Centaurea cyanus 2 3 3 3 5 2,9 1
Wiesen-Flockenblume Centaurea jacea - - - - - 2,5 1
Skabiosen-Flockenblume Centaurea scabiosa - - - - - - 0,5
Gemeine Wegwarte Cichorium intybus - - - - - 2 -
Wilde Möhre Daucus carota - - - - - 3 1,2
Natternkopf Echium vulgare - - - - - 2 1
Johanniskraut Hypericum perforatum - - - - - 2 0,5
Echter Alant Inula helenium - - - - - - 0,1
Acker-Witwenblume Knautia arvensis - - - - - 0,5 -
Echtes Herzgespann Leonurus cardiaca - - - - - - 0,5
Wiesen-Margerite Leucanthemum ircutianum - - - - - 3 0,5
Österreichischer Lein Linum austriacum - - - - - - 2
Moschusmalve Malva moschata - - - - - - 2
Echte Kamille Matriacaria recutita - - - - - 0,5 -
Acker-Vergissmeinnicht Myosotis arvensis - - - - - - 0,5
Weißer Steinklee Melilotus albus - - - - - 0,3 -
Gelber Steinklee Melilotus officinalis - - - - - 0,3 -
Nachtkerze Oenothera biennis - - - - - 2 -
Gewöhnlicher Dost Origanum vulgare - - - - - - 0,1
Klatschmohn Papaver rhoeas 1 1 1 - 3 4 1,5
Pastinak Pastinaca sativa - - - - - 2 -
Wilde Resede Reseda lutea - - - - - 1,3 0,5
Färber-Resede Reseda luteola - - - - - - 0,5
Wiesen-Salbei Salvia pratensis - - - - - 2 1,2
Kleiner Wiesenknopf Sanguisorba minor - - - - - - 3,5
Taubenkropf-Leimkraut Silene vulgaris - - - - - - 0,1
Echte Goldrute Solidago virgaurea - - - - - 1 0,1
Rainfarn Tanacetum vulgare - - - - - 0,7 -
Fels-Thymian Thymus pulegoides - - - - - - 0,1
HKleinblütige Königskerze Verbascum thapsus - - - - - 1 -
Großblütige Königskerze Verbascum densiflorum - - - - - - 0,1
Mehlige Königskerze Verbascum lychnitis - - - - - - 0,2
Schwarze Königskerze Verbascum nigrum - - - - - - 0,2
Anteil Wildarten (%) - 3 4 4 3 8 33,2 24,4