Unsere Wiesen summten einst vor Insektenleben, und Bienen und Schmetterlinge flogen von Blüte zu Blüte. In den letzten Jahren sind unsere Felder jedoch zunehmend still geworden, da wir in das Anthropozän eingetreten sind – ein Zeitalter, in dem Arten in alarmierendem Tempo verschwinden. Glücklicherweise lassen sich diese Verluste durch kleine, aber wirksame Veränderungen in der Landbewirtschaftung abmildern. Dieser Bienenweidekatalog soll all jene inspirieren, die die Lebensräume unserer kleinen und oft übersehenen Bestäuber verbessern möchten, denn die fleißigen Insekten, die zu unserer Ernährung beitragen, finden immer seltener ausreichend Nahrung für sich selbst.
Wirtschaftliche Bedeutung der Bienen:
Deutschland hat eine Gesamtfläche von 25,8 Millionen Hektar:
- ▻▻ Davon werden 50,3 % landwirtschaftlich genutzt (Flächennutzung 2025, Stand 2024)
- ▻▻ Ein Drittel davon ist auf tierische Bestäubung angewiesen
- ▻▻ Der Wert der Insektenbestäubung wird weltweit auf über 900 Milliarden und in Deutschland auf 3,8 Milliarden Euro jährlich geschätzt
Bienen gehören zu den bedeutendsten Bestäubern unserer Pflanzenwelt. In Deutschland sind neben der Honigbiene Stand 2025 rund 600 Wildbienenarten heimisch (“Wildbienen-Kataster,” 2025). Sie tragen wesentlich zum Erhalt der biologischen Vielfalt, zur Stabilität von Ökosystemen und zur Sicherung unserer Ernährung bei. Ohne sie gäbe deutlich weniger landwirtschaftliche Erträge und Wildpflanzen (Aizen et al., 2009) und zahlreiche Tierarten würden ihre Nahrungsgrundlage verlieren.
Etwa ein Drittel der weltweiten landwirtschaftlichen Produktion ist auf die Bestäubung durch Tiere angewiesen - hauptsächlich durch Insekten. Besonders bei Kulturpflanzen wie Obst, Raps oder Sonnenblumen sorgt eine gute Bestäubung nicht nur für höhere Erträge, sondern auch für bessere Qualität. Der wirtschaftliche Nutzen dieser Leistung übersteigt den reinen Honigertrag bei Weitem: Allein in Deutschland wird der Wert der Insektenbestäubung auf bis zu 3,8 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt (Lippert et al., 2021).
Diese „Dienstleistung der Natur“ ist leider bedroht. Etwa die Hälfte der heimischen Wildbienenarten ist gefährdet. Der Verlust von Lebensräumen, der Einsatz von Pestiziden, Monokulturen und der Klimawandel setzen vielen Insektenarten massiv zu.
Für den Katalog könnte eine ähnliche Grafik aus folgendem Paper erstellt werden: https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.2023989118
Bienen fördern durch ihre Bestäubung jedoch nicht nur die Produktion landwirtschaftlicher Produkte sondern auch die genetische Vielfalt innerhalb der heimischen Pflanzenwelt. Damit leisten sie einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt intakter Ökosysteme. Eine vielfältige Natur wiederum ist Voraussetzung für sauberes Wasser, fruchtbare Böden, stabile Klimabedingungen und eine funktionierende Landwirtschaft.
Die internationale Staatengemeinschaft hat erkannt, wie zentral der Schutz der biologischen Vielfalt ist. Mit dem neuen Global Biodiversity Framework, (“BMUV Informationspapier zur Weltnaturkonferenz 2024,” 2024)), und Förderprogrammen wie dem EU-LIFE-Projekt (endet 2027, ggf. streichen) werden konkrete Maßnahmen auf Landschaftsebene vorangetrieben, um dem Insektensterben aktiv entgegenzuwirken (“Guidelines Insect-promoting Sourcing Regions,” 2025).