Die Felsenbirne wird ihrem Namen insofern gerecht, dass viele ihrer Artangehörigen in Felsspalten der Gebirge wachsen. Eine Birne ist sie, wie der Schweizer Apotheker und Botaniker Jakob Friedrich Erhardt (1742-1795) bei der Erstbeschreibung der Kupfer-Felsenbirne 1782 annahm, jedoch nicht. Seit 1968 sind die Felsenbirnen nach langer Uneinigkeit eine eigene Gattung.
Die verschiedenen Arten der Felsenbirnen stammen aus der Nordhemisphäre. Die Hohenheimer Gärten besitzen sieben Arten und drei Zuchtsorten. Die Besenblättrige (Amelanchier spicata), die Erlenblättrige (A. alnifolia), die Kahle (A. laevis), die Rote (A. sanguinea), die Kanadische (A. canadensis) und die Kupfer-Felsenbirne (A. lamarckii) kommen aus Nordamerika. Die Gemeine Felsenbirne (A. ovalis) ist in den Hochlagen Mitteleuropas und des Mittelmeerraums beheimatet. Die Sorten ‚Ballerina’ und ‚Prince William’ sind Züchtungen der Hybridart Großblütige Felsenbirne (A. x grandiflora), die Sorte ‚Rainbow Pillar’ mit attraktivem Laubaustrieb und schöner Herbstfärbung ist eine Auslese der Kanadischen Felsenbirne.
Malerische und hochwachsende Sträucher
Die locker und malerisch wachsenden Sträucher werden je nach Art zwei bis zwanzig Meter hoch. Von den genannten Arten wird die Kahle Felsenbirne mit bis zu 13 m am höchsten. Die Borke ist auch an älteren Stämmen glatt und grau bis schwarz. Sie besitzen ein flaches, fein verästeltes Wurzelsystem. Die Blätter sind wechselständig, rundlich bis länglich-eiförmig und meist gesägt. Sie besitzen lanzettlich-pfriemförmige Nebenblätter. Die Kupfer-Felsenbirne treibt kupfrigrot aus. Die Herbstfärbung ist gelb-orange bis rot.
Die 5-zähligen, freien, weißen Blüten öffnen sich mit der Laubentfaltung in endständigen Trauben zu 8-15 von April bis Juni. Sie werden durch Insekten bestäubt. Es reifen blauschwarze, erbsengroße, beerenartige Kernäpfelchen bereits im Juni, daher der englische Name Juneberry. Sie sind saftig, schmecken süß und werden gerne von Vögeln gefressen.
Kleine Mengen der Früchte sind essbar
Die Früchte eignen sich in kleinen Mengen zum Rohgenuss, zur Weiterverarbeitung zu Saft, Mus, Wein, Marmelade, getrocknet als Korinthen oder tiefgefroren. Die Sorte ‚Ballerina’ ist fruchtreich und trägt besonders wohlschmeckende Früchte. Volksmedizinisch wurde die Felsenbirne gegen Bluthochdruck verwendet.
Den Gattungsnamen vergab der deutsche Arzt und Botaniker Friedrich Kasimir Medikus (1736-1808).
Die französisch-provençalische Bezeichnung „Amélanche“ für die schwarzvioletten Früchte der Gemeinen Felsenbirne ist durch eine falsche Abtrennung des Artikels entstanden. L’ amélanche statt la mélanche, dessen ursprünglicher Wortstamm soviel wie schwarz oder schmutzig bedeutet. „Amelanchier“ ist die Bezeichnung für die dazugehörige Pflanze.
R. Gliniars, R. Bäßler, L. Wang, A. M. Steiner, veröffentlicht am: 25.5.2021
Einige Bildimpressionen
←
Move left
→
Move right
↑
Move up
↓
Move down
+
Zoom in
-
Zoom out
Home
Jump left by 75%
End
Jump right by 75%
Page Up
Jump up by 75%
Page Down
Jump down by 75%
Sorry, we have no imagery here.
Sorry, we have no imagery here.
Sorry, we have no imagery here.
Sorry, we have no imagery here.
Sorry, we have no imagery here.
Sorry, we have no imagery here.
To navigate, press the arrow keys.To activate drag with keyboard, press Alt + Enter. Once in keyboard drag state, use the arrow keys to move the marker. To complete the drag, press the Enter key. To cancel, press Escape.
ES36
Amelanchier sanguinea (Pursh) DC.
Rosaceae
KS111
Amelanchier florida Lindl.
Rosaceae
ES5
Amelanchier lamarckii F. G. Schroed.
Rosaceae
M7
Amelanchier ovalis Medik.
Rosaceae
ES54
Amelanchier canadensis var. stolonifera (Wiegand) P. Landry