Wissenswertes zum Taxon (Art, Unterart, Varietät...)


Hyoscyamus niger L. 1753

Solanaceae - Nachtschattengewächse (APG IV)
Schwarzes Bilsenkraut
Taxonkonzept: The Plant List (2010)
Verbreitung: Europa alle Gebiete, Türkei, Kaukasus, Iran, Westsibirien, Ostsibirien, Mittelasien, Himalaya, Indien, Mongolei, Nordwestafrika; eingebürgert in Ostasien, Nordamerika, Australien
Verbreitungskarte Bundesamt für Naturschutz BfN
Größe: 0,3 - 0,6 (m)
Blütezeit: VI - X
Kurzbeschreibung: Ein- bis zweijährige Pflanze bis 80 cm hoch mit einfachem oder verzweigtem Stängel. Stängel und Kelch drüsig-zottig behaart, Blätter eiförmig, bis 20 cm lang, am Rand buchtig eingeschnitten, untere gestielt, obere sitzend. Blüten etwas einseitswendig, fast sitzend, Kelch mit fünf stechenden Zipfeln, Kronsaum schmutziggelb mit violetten Netzadern, der Schlund rotviolett. Samen nierenförmig, 1,3 mm lang und 1 mm breit, pro Kapsel bis 500 Samen. Pflanze stark giftig!

Hyoscyamus niger L. - Accepted: Hyoscyamus niger L. bei The Plant List (2010); Familie: Solanaceae (APG III)
Hyoscyamus niger L. - Accepted: Hyoscyamus niger L. bei The Plant List (2014), version 1.1; Familie: Solanaceae (APG III)
Hyoscyamus niger L. - Accepted: Hyoscyamus niger L. bei The Plant List (2014), version 1.1; Familie: Solanaceae (APG IV)
Hyoscyamus niger L. - Accepted: Hyoscyamus niger L. bei BfN Checklist Flora DE; Familie: Solanaceae (APG IV)
Hyoscyamus niger L. - Accepted: Hyoscyamus niger L. bei World Flora Online - APG IV (Angiosperms); Familie: Solanaceae (World Flora Online - APG IV (Angiosperms))

Blütenfarbe
gelb
Schutzstatus, Rote Liste
Vom Aussterben bedroht in DE (1), stark gefährdet in BW (2)
Lebensform
krautig, terrestrisch, einjährig
Bodenbedingungen
mäßig frische (bis mäßig trockene), sehr nährstoffreiche, meist sandige oder steinige Lehmböden
Wurzeltypus
50 cm tief wurzelnd
Natürliches Vorkommen (Habitat)
in sonnigen Schuttunkrautgesellschaften, an Müllabladeplätzen, an Wegen und Mauern
Kommentar zur Ökologie
Stickstoffzeiger, wärmeliebend
Vegetationstypus und Synökologie (Pflanzengesellschaft)
Ass. Onopordetum acanthii
Natürliche Vermehrung (auch vegetativ)
Windausbreitung
Status der Einbürgerung
Archaeophyt, Status nach BfN: I = etablierte Indigene und Archäobiota
Chemische Merkmale
Tropanalkaloide, Hyoscyamin und Scopolamin; Cumarine, Flavonoide
Chemie und pharmzeutische Nutzung – kurz
Hyoscyami folium (PhEur) – Hyoscyamusblätter, getrocknete Blätter und blühende Zweigspitzen gelegentlich mit Früchten. Kaum mehr verwendet. In kombinierten Fertigpräparaten als beruhigende, sekretionshemmendes und krampflösendes Mittel gelegentlich bei Bronchialasthma und Spasmen im Magen-Darm-Bereich.
Pharmazeutische Nutzung
Bilsenkraut enthält Tropanalkaloide und zählt zu den Parasympatholytica. Hoher Scopolaminanteil. Kaum mehr verwendet. In kombinierten Fertigpräparaten als beruhigende, sekretionshemmendes und krampflösendes Mittel gelegentlich bei Bronchialasthma und Spasmen im Magen-Darm-Bereich. Vielzahl homöopathischer Anwendungen bei Unruhe, Schlafstörungen, spastische Zustände der Atemwege und Verdauungsorgane. Bilsenkrautöl als schmerzstillendes Mittel. Halluzinogene Wirkung, im Mittelalter Bestandteil von Hexensalben und Liebestränken. Bei unkontrollierter Einnahme muss mit schwersten Vergiftungen gerechnet werden.
Hildegard von Bingen
"Bilsa", Blätter, Samen (Tinktur); gegen diverse Erkrankungen; gegen Hauterkrankungen
Blütenbesuch durch polylektische Wildbienen
Lasioglossum pauxillum

Breunig, T. et al. (2021): Rote Liste der Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs.;

Bundesamt für Naturschutz (BfN) (1999-2001 and ongoing): Floraweb - Daten und Informationen zu Wildpflanzen und zur Vegetation Deutschlands. www.floraweb.de.;

Erhardt, W., Götz, E., Bödeker, N. & Seybold, S. (2008): Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2. Arten und Sorten. Eugen Ulmer KG, Stuttgart (Hohenheim), 18. Aufl., 2103 S.;

Kleinstuber, Andreas et al. (1996): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. 5. Ulmer, Stuttgart: 539.;

Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Umwelt und Forsten, Baden-Württemberg (Hrsg.) (1985): Pflanzenkatalog zur Verbesserung der Bienenweide und des Artenreichtums (Kurztitel: Bienenweidekatalog);

Oberdorfer, E. (2001): Pflanzensoziologische Exkursionsflora. Für Deutschland und angrenzende Gebiete. Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart, 8., stark überarb. u. erg. Aufl, 1056 S. 978-3-8001-3131-0.;

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Werle, Susanne et al. (2015): ITS2 DNA metabarcoding of wild bee pollen loads, collected in 2020 and 2021 across all three exploratories. See: https://www.bexis.uni-jena.de/ddm/data/Showdata/31545?version=6;





Geschlecht Standort Akzessions-Nr. Pflanzjahr Spende IPEN Lat. Long.
Hauterkrankungen HvB-13697 XX-0-HOH-HvB-13697 48,70898336 9,21221968
Alkaloide Marz-13697 XX-0-HOH-Marz-13697 48,70919478 9,21177626


Letzte Aktualisierung:
Taxonomische Aktualisierung: Database method am: 1.4.2020
Aktualisierung des Steckbriefs: Aleta Neugebauer; Gliniars Robert; imported by Helmut Dalitz; Robert Gliniars; zuletzt von: Aleta Neugebauer am: 16.12.2025

In der untenstehenden Liste der Pflanzen in den Gärten sind bei vielen Gehölzen Koordinaten vermerkt. In diesen Fällen zeigen die Punkte in der Karte die Standorte der Pflanzen an.
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