Logo der Hohenheimer GärtenEssays about plants in the Hohenheim Gardens

Was blüht uns im Januar?

Die Kopfeiben – Cephalotaxus SIEBOLD & ZUCC.

Seltene und außergewöhnliche Gehölze sind die Kopfeiben. Mit ihren langen, weichen, hellgrünen Nadeln ähneln sie der heimischen Eibe. Anhand der Samen und der längeren Nadeln sind sie von dieser jedoch unterscheidbar.

Zwei Arten in den Hohenheimer Gärten
In den Hohenheimer Gärten wachsen zwei Arten. Eine Art heißt Fortunes Kopfeibe, Cephalotaxus fortunei. Sie stammt aus den bergigen Regionen Süd-Chinas und dem nördlichen Myanmar. 1848 brachte sie der schottische Pflanzenjäger Robert Fortune (1812-1880) von einer Ostasienreise mit nach England.

Die andere Art nennt sich Harringtons Kopfeibe, Cephalotaxus harringtonii. Sie ist in den kargen, felsigen Gebieten und entlang von Gewässern Japans, Taiwans, Nord- und Süd-Koreas beheimatet. Der britische Earl of Harrington, Charles Stanhope (1780-1851), pflanzte diese Art 1829 als Erster in Europa an.

Eiförmige Pollen und teilweise essbar
Kopfeiben wachsen zu mehrstämmigen Sträuchern oder kleinen Bäumen bis zu 10 m hoch mit breiter Krone. Ihre Rinde ist rotbraun, dünn und löst sich ab. Die unauffälligen Pollenzapfen befinden sich auf der Unterseite der Seitenäste zwischen den Nadeln. Die weiblichen Pflanzen bilden Samen mit einer fleischigen, eiförmigen Hülle, die sich bei der Reife orangerot bis purpurn färbt. Sie sind kopfartig oder eiförmig geformt, gr. kephale = Kopf, und sitzen einzeln oder in Gruppen an der Basis der Zweige. Die vollreife Samenhülle einiger Arten ist roh essbar, alle weiteren Pflanzenteile sind aufgrund von Alkaloiden giftig. Nach Stratifikation benötigen die Samen bis zu 18 Monaten zur Keimung.

Kopfeiben werden als Zierpflanzen verwendet, beliebt ist die Sorte ‚Fastigiata’ mit säulenförmigem Wuchs. Aus dem Holz werden Möbel oder landwirtschaftliche Geräte hergestellt. Das Öl der Samen wurde in China und Japan als Lampenöl genutzt.

Die Gattung der Kopfeiben aus der Familie der Eibengewächse, Taxaceae, lat. taxus = Eibe umfasst nur acht Arten, die vom Himalaja bis nach Ost-Asien vorkommen. Noch bis zum Pliozän gibt es Nachweise der Gattung in Europa und Nord-Amerika. Erstmals beschrieben wurde sie durch den deutschen Japanforscher Philipp Franz von Siebold (1796-1866) und den Münchner Botaniker Joseph Gerhard Zuccarini (1797-1848).

R. Gliniars, R. Bäßler, V. Bassé, A. M. Steiner, veröffentlicht am: 14.1.2021


Einige Bildimpressionen