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Konkrete Maßnahmen - Öffentliche o. kommunale Flächen - Fazit -



Bei der Vergabe von Pflegearbeiten an externe Firmen gilt es, besonders auf die Einhaltung der verbindlichen Pflegepläne zu achten und diese als bindende Vorgaben in die Verträge aufzunehmen. Auch eine strukturelle Veränderung der Auftragsvergabe, welche nicht alleine den günstigsten Anbieter mit oftmals ungenügend ausgebildeten Mitarbeitern bevorzugt, ist anstrebenswert, um einen guten fachlichen Plan nicht durch mangelhafte Umsetzung zu gefährden.

Die grundlegenden Fragen, die sich veränderungswillige Kommunen stellen sollten, sind „Warum mäht man so oft?“ und „Ist dies zwingend überall nötig?“.

Oftmals reichen diese Fragen aus, um einen Denkanstoß und neue Planungsprozesse auszulösen. Ziel dieses Neudenkens ist es, insektenfreundlichere Pflegeregime Stück für Stück im Flächenmanagement der Kommune zu verankern. Große/radikale Veränderungen sind auch möglich, bedürfen jedoch längerer Vorbereitung mit breiter öffentlicher Diskussion und enger Einbeziehung der Entscheidungsträger sowie der Mitarbeiter und Bürger.

Auch aus dem Gesichtspunkt der Arbeitseffizienz ist die Anpassung des Mähregimes oftmals ein Gewinn. Gerade im Sommer entstehen hohe Arbeitsspitzen bei den kommunalen Mitarbeitern, denn die zu mähenden Flächen sind groß und vielfältig. Manche Grünstreifen sind schmal oder mit effizienten Geräten nicht erreichbar, weshalb ein hoher personeller Aufwand bei der Handbearbeitung nötig wird. Stattdessen könnten nach Änderung des Pflegeregimes die potentiell frei werdenden Mitarbeiter andere Tätigkeiten, wie z.B. die Aufwertung bestehender Grünflächen mittels Heu-Ansaat, durchführen, Gehölzschösslinge in artenreichen Säumen pflegen oder Lebensräume für bodennistende Wildbienen schaffen.

Solche Veränderungen des Pflegeregimes erfordern in vielen Kommunen strukturelle Anpassungen mit langfristigen Umsetzungsperspektiven. Auch müssen diese Veränderungen keine völlige Abkehr von der herkömmlichen Arbeitsweise, etwa von saisonalen Schmuckbeeten bedeuten, denn viele Bürger werden dies weiterhin fordern. Ebenso gilt, dass naturnahe insektenfreundliche Pflanzungen und Pflegekonzepte nicht überall die beste und effizienteste Lösung darstellen. Doch gibt es in jeder Kommune Potentiale für ein ökologisches Umdenken im Grünflächenmanagement. Ausdauerndes Erklären und Werben für die ökologische Neuausrichtung der Pflege bei Mitarbeitern und in der Öffentlichkeit ist deshalb eine Grundlage für den langfristigen Erfolg.